Längst vorbei sind die Zeiten, in denen es genügte, beim Kauf einer neuen Batterie nur grob auf die angegebene Kapazität zu achten. Die Anforderungen an Autobatterien sind bei modernen Fahrzeugen um ein Vielfaches höher als früher und steigen mit der wachsenden Zahl an komfortablen Anwendungen (z. B. Infotainment- und leistungsstarke Lautsprecher Systeme, Sitz-, Lenkrad- und Windschutzscheibenheizung, aber auch Kamerasysteme usw.) ständig weiter.
Bedeutung der Abkürzungen AGM und EFB
- Die EFB (Enhanced Flooded Battery) verfügt im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise über massivere Elektrodenplatten. Zusätzlich sind diese mit einem Gewebe beschichtet, das die Sulfatierung und die Zersetzung der aktiven Schicht der Platten bei höheren Belastungen begrenzt.
- Bei AGM (Absorbent Glass Matt) handelt es sich um eine fortgeschrittene Konstruktion beständiger Batterien. Bei ihr ist der Elektrolyt zwischen den Platten in Glasfasern gebunden, die Elektroden können sich so nicht verformen und die Sulfatierung wird wesentlich reduziert. Zudem sind diese Batterien wesentlich resistenter gegenüber Vibrationen.
- In ein Fahrzeug, das eine EFB- oder AGM-Batterie erfordert, gehört keine Batterie herkömmlicher Bauart. Wird eine EFB-Batterie vorgeschrieben (typischerweise bei kleineren Fahrzeugen), kann auch eine AGM-Batterie eingebaut werden. Umgekehrt gilt dies jedoch nicht.
Auswahl der richtigen Batterie für Ihr Fahrzeug
- Den richtigen Typ der Autobatterie und ihre grundlegenden Parameter finden Sie am einfachsten in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Wenn Ihnen diese abhanden gekommen ist oder bei einem aus zweiter Hand erworbenen Fahrzeug fehlt, finden Sie sie für die meisten Marken in elektronischer Form auf der Website des Herstellers (auch für ältere Modelle), alternativ können sie sie auch beim Importeur in Ihrem Land anfragen. Die Auswahl einer Batterie auf der Grundlage der aktuell im Fahrzeug vorhandenen muss nicht unbedingt die beste Option sein – in der Vergangenheit könnte jemand die Original-Batterie durch eine andere, den technischen Anforderungen nicht entsprechende Batterie ersetzt haben.
- Neben der inneren Konstruktion sind die grundlegenden Parameter, die es zu beachten gilt, die in Amperestunden (Ah) angegebene Kapazität und der in Ampere (A) angegebene Anlaufstrom. Wird eine Batterie mit „besseren“ Parametern eingebaut, kann nichts passieren, im Gegenteil, bei älteren Fahrzeugen kann dies in bestimmten Fällen sogar sinnvoll sein. Eine Batterie mit schwächeren als den erforderlichen Parametern ist ein Hinweis auf Probleme und eine kürzere Lebensdauer.
- Maßgeblich sind auch die äußeren Abmessungen der Autobatterie. Bei einigen, insbesondere technisch fortgeschritteneren Fahrzeugen gehobener Klassen, kommt es buchstäblich auf jeden Millimeter an (sei es bei der Montage oder beim endgültigen Einsetzen in die Halterung). Die genauen Maße sind manchmal nicht so leicht zu ermitteln, aber es ist sehr zu empfehlen, diese Aufmerksamkeit zu widmen. Die Spezialität einiger japanischer Fahrzeuge sind beispielsweise atypische Batterieformate – schmaler und höher. Sie sind oft absurd teuer, aber bei Einhaltung der übrigen Parameter lässt sich oft eine „handliche“ Batterie finden, die sich nach einer leichten Modifikation der Halterung sicher einsetzen lässt.
- Daneben gibt es „rechte“ und „linke“ Autobatterien – abhängig von der Anordnung der Pole. Die übrigen Parameter und Abmessungen eines bestimmten Typs können vollkommen identisch sein, nur die Polarität ist umgekehrt. Im Falle eines Fehlkaufs ist das ein Problem, denn bei der überwiegenden Mehrheit neuerer Fahrzeuge reichen die Kabel (absichtlich) nicht bis zum Gegenpol.
- Beim Einbau einer neuen Batterie muss zudem geprüft werden, ob das konkrete Fahrzeug nicht eine Registrierung im Steuergerät über die Diagnose erfordert. Das System der Registrierung dient dazu, dem Steuergerät „mitzuteilen“, ob es mit einer gebrauchten oder einer neuen Batterie arbeitet, wobei es die Aufladung auf der Grundlage von Algorithmen anpasst. Wenn eine Registrierung verlangt wird und Sie die Batterie nicht registrieren, riskieren Sie nicht nur eine verkürzte Lebensdauer, sondern auch ein oft nicht vorhersehbares Verhalten der Bordsysteme. Bei Fahrzeugen von BMW wird bereits seit vielen Jahren eine Registrierung angefordert, doch ist dies inzwischen auch bei vielen anderen Marken wie etwa Fahrzeugen des VW-Konzerns der Fall. Beachten Sie auch, dass einige allgemeine Diagnosegeräte (selbst ansonsten qualitativ hochwertiger und seriöser Marken), die von nicht autorisierten Werkstätten verwendet werden, ein Problem mit der Registrierung der Batterie haben können.
Intelligentes Laden stellt höhere Anforderungen an die Batterie
Das Bestreben, den Schadstoffausstoß zu senken, bringt deutlich höhere Anforderungen an die Belastbarkeit der Batterien mit sich. Früher wurde die Lichtmaschine mit den rotierenden Teilen des Motors verbunden und lud bei höheren Drehzahlen mehr und bei niedrigeren Drehzahlen weniger nach. Das bedeutet jedoch eine permanente Mehrbelastung des Motors und damit eine Verringerung des Wirkungsgrads. Um diesen zu erhöhen, kamen so genannte intelligente (oder auch abschaltbare) Lichtmaschinen zum Einsatz, die eine Batterie nur dann aufladen, wenn dies erforderlich ist. Also dann, wenn die Batteriespannung unter einen definierten Grenzwert fällt, oder auch unter normalen Umständen bei entsprechend gegebenen Bedingungen, zum Beispiel beim Bremsen. Beides bringt spezifische Anforderungen an die Batterie mit sich. Diese muss nicht nur den „aggressiveren“ Ladevorgang mit höheren Ladeströmen verkraften, sondern vor allem auch niedrigere Ladezustände über einen längeren Zeitraum. Die Steuergeräte des Fahrzeugs wissen zwar, welche Parameter die Batterie aktuell aufweist, wie hoch die Außentemperatur ist usw., aber sie können nicht wissen, wohin Sie fahren und wie lange Sie noch unterwegs sein werden. So kann es passieren, dass Sie anhalten, kurz bevor das System feststellt, dass ein akuter Bedarf zum Aufladen besteht. Die Grenzspannungen sind dabei im Interesse einer maximalen Effizienz oft auf eine relativ tiefe Entladung eingestellt. Wenn das Fahrzeug dann über mehrere Tage steht, und das vielleicht auch noch im Sommer, wird es für die Batterie eine harte Zeit.
Autobatterien halten nicht ewig. Sie können die Lebensdauer verlängern, aber auch deutlich verkürzen
Im Allgemeinen kann man sagen, dass alle Fahrzeuge mit einem Stopp-Start-System mit einer abschaltbaren Lichtmaschine ausgerüstet sind. Aber auch einige ältere Autos sind damit ausgerüstet, ebenso wie es Ausnahmen unter den neueren Fahrzeugen gibt, die aus verschiedenen Gründen nicht über eine Stopp-Start-Funktion verfügen. All diese Fahrzeuge erfordern unter anderem aus den zuvor aufgeführten Gründen moderne Starterbatterien, die verständlicherweise teurer sind als Batterien herkömmlicher Bauart. Wird eine herkömmliche Batterie in ein Fahrzeug mit einer abschaltbaren Lichtmaschine eingebaut, passiert scheinbar zunächst einmal nichts. Das Auto wird normal starten, aber die Batterie wird nur eine sehr kurze Lebensdauer haben. Solche Fahrzeuge benötigen eine Batterie in der Ausführung EFB oder noch häufiger AGM.
Wo kann die alte Autobatterie entsorgt werden
Denken Sie daran, dass gebrauchte Auto-Batterien aufgrund ihres Gehalts an Blei und Schwefelsäure als gefährlicher Abfall eingestuft sind. Sie müssen daher an den dafür vorgesehenen Stellen (beim Händler oder im Rahmen lokaler Sammelstellen) abgegeben werden. Sie lassen sich sehr gut recyceln und sind ein begehrter Rohstoff auf dem sekundären Rohstoffmarkt. Viele Batteriehändler nehmen so die ausgedienten Batterien nicht nur zurück, wie es im Übrigen in der EU Pflicht ist, sondern gewähren sogar noch einen Rücknahme Bonus. Zum Beispiel in Form eines Rabatts für den Kauf einer neuen Batterie.