Europaweit weisen die Statistiken der Pannenhilfsdienste durchweg „Störungen an der Elektrik“ als eine der häufigsten Ursachen für Einsätze aus, bei denen sie zu Einsätzen wegen nicht laufender oder nicht anspringender Fahrzeuge gerufen werden. Auch Marder spielen eine Rolle, da sie sich gerne an der Kabelisolierung unter der Motorhaube vergreifen, aber die häufigste Ursache ist eine leere Autobatterie.
Die Techniker von Carvago prüfen bei allen angebotenen Fahrzeugen sorgfältig den Gesamtzustand sowie die Servicehistorie und konzentrieren sich im Rahmen des ausführlichen CarAudit natürlich auch auf das Ladesystem. Ungeachtet dessen haben Autobatterien keine unbegrenzte Nutzungsdauer, sodass ein paar Empfehlungen zur Vermeidung unangenehmer Überraschungen hier hilfreich sein können.
Wie die Lebensdauer einer Autobatterie verlängert werden kann
- Bei älteren Batterien ist es mehr als angebracht, im Rahmen der Durchsicht einen Belastungstest der Batterie durchzuführen, bei dem in wenigen Augenblicken sowohl die Spannung als auch vor allem die aktuelle Restkapazität ermittelt wird, ohne die Batterie dabei zu schädigen. Das ist nicht teuer und als Vorsichtsmaßnahme, um nicht bei Kälte auf Hilfe zu warten, lohnt sich ein solcher Test auf jeden Fall.
- Es heißt allgemein, dass die Spannung von Autobatterien 12 V beträgt. Das ist so nicht ganz exakt. Das elektrische System arbeitet mit zwölf Volt, allerdings messen wir bei einer Batterie in einwandfreiem Zustand circa 12,8 Volt. Eine zur Hälfte entladene Batterie zeigt etwa 12,3 V an. Wenn die Spannung auf 12,1 V sinkt, läuft die Sulfatierung auf Hochtouren, und eine klassische Batterie verliert innerhalb weniger Stunden den Großteil ihrer Kapazität. Bei einer Spannung von unter 11,9 V macht es im Grunde keinen Sinn mehr, einen Startversuch ohne externe Stromversorgung zu unternehmen, und die Batterie muss ausgetauscht werden.
- Durch die Aufrechterhaltung der richtigen Spannung kann die Lebensdauer einer Batterie spürbar verlängert werden. Wenn Sie z. B. einen Zweitwagen in der Familie haben, der nur selten benutzt wird, und Sie die Möglichkeit haben, dessen Batterie problemlos aufzuladen, sollten Sie dies auf jeden Fall regelmäßig tun – ggf. kann ein Erhaltungsladegerät in der Garage angeschlossen werden.
- Wenn Sie sich nun mit Ihrem nicht startenden Fahrzeug aus einer Notsituation befreien müssen und Starthilfe-kabel oder einen Ladebooster dabei haben, vergewissern Sie sich, dass Ihr Fahrzeug über die entsprechenden Starthilfe-anschlüsse verfügt. Das sind sichtbar mit Plus und Minus gekennzeichneten Punkte unter der Motorhaube – das Plus ist meist eine etwas vorstehende Stange, das Minus befindet sich oft an einer nicht lackierten Stelle der Karosserie. Wenn dies der Fall ist, und das ist bei praktisch allen Fahrzeugen mit Batterie außerhalb des Motorraums (z. B. unter dem Boden des Kofferraums), aber auch bei vielen anderen der Fall, nutzen Sie diese. Wenn Sie die Klemmen direkt an die Pole der Batterie anlegen, riskieren Sie eine Beschädigung der Bordelektronik. Und das kann sehr teuer werden. Das Gleiche gilt für Fahrzeuge, die mit zwei Batterien ausgerüstet sind.
- Blei-Säure-Starterbatterien vertragen in der Regel keinen langfristig niedrigen Ladezustand. Wenn Sie also vorhaben, das Fahrzeug über längere Zeit nicht zu nutzen, ist es optimal, es an ein Erhaltungsladegerät anzuschließen; falls Sie diese Möglichkeit nicht haben, sollten Sie die Batterie wenigstens ordnungsgemäß aufladen lassen.
- Eine neue Batterie sollte mindestens 5 bis 6 Jahre problemlos funktionieren. Verkürzt wird die Lebensdauer durch die bereits erwähnte nicht ausreichende Ladespannung und durch hohe Temperaturen. Auch kleinere, sich summierende Mängel an der Elektroinstallation – typischerweise beschädigte Steckverbinder, Kabelisolierungen oder unsachgemäß installiertes Zubehör wie z. B. Standheizungen, Soundsysteme oder zusätzliche Beleuchtung – tragen zu einer „Selbstentladung“ bei.
Hitze schädigt Autobatterien noch mehr als Frost
Man sagt, dass Fahrzeugbatterien durch Frost „gekillt“ werden. Das stimmt so nicht, auch wenn Statistiken bestätigen, dass Frost einen großen Einfluss auf die Startfreudigkeit von Autos und damit auch auf die Häufigkeit der Einsätze von Hilfsdiensten hat. Der Frost macht nur in vollem Umfang deutlich, dass eine Batterie bereits über die Grenze ihrer Nutzbarkeit hinaus geschädigt ist.
In Wahrheit ist es vielmehr Hitze, die den Autobatterien schadet. Denn jede Art von Batterie leidet in gewissem Maße an Selbstentladung – mit der Zeit geht die in der Batterie gespeicherte Energie „verloren“. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass, wenn Sie Ihre Powerbank nach sechs Monaten Aufbewahrung in einer Schublade benutzen möchten, die Anzeige keinesfalls die volle Ladung anzeigt, auch wenn Sie sie voll aufgeladen abgelegt haben. Nicht anders verhält es sich mit Blei-Säure-Batterien, zu denen (abgesehen von hochspezialisierten Anwendungen) praktisch sämtliche Starter-Batterien aller Modelle und Marken zählen. Je höher die Temperaturen sind, denen eine Batterie ausgesetzt ist, desto schneller erfolgt der Selbstentladungsprozess. Wenn Sie beispielsweise in den Urlaub fliegen und Ihr Auto in der prallen Sonne und auf einem heißen Parkplatz stehen lassen, können Sie sich sicher sein, dass Sie damit die Nutzungsdauer Ihrer Autobatterie merklich verkürzt haben.
Worum handelt es sich bei der Sulfatierung einer Autobatterie
Im Elektrolyt der Batterie (einer wässrigen Schwefelsäurelösung) läuft auf natürliche Weise ein Prozess ab, der als Sulfatierung bezeichnet wird, es kommt zur Ablagerung von Bleisulfaten an der Oberfläche der Bleielektroden, die dadurch geschädigt werden. Dieser Prozess ist unwiderruflich, sodass die Kapazität der Batterie und in hohem Maße auch ihre Fähigkeit, dem Anlasser ausreichend Strom zu liefern, abnimmt. Je mehr die Batterie entladen wird und je höher die Umgebungstemperatur ist, desto schneller verläuft dieser Prozess.
Und warum versagt eine durch Sulfatierung geschädigte und ggf. nicht ausreichend geladene Batterie nun gerade bei Frost? Es ist an dieser Stelle nicht notwendig, tiefer in die Grundlagen der Physik vorzudringen. Begnügen wir uns mit der Tatsache, dass eine Batterie in bester Kondition auch bei Temperaturen um die -50 °C keine größeren Probleme hat, während der Elektrolyt einer stark entladenen Batterie bereits knapp unter dem Gefrierpunkt aushärtet und keinen ausreichenden Startstrom mehr abgeben kann. Ein zweiter Grund sind die höheren inneren Widerstände eines durchgefrorenen Motors, bei dem z. B. auch sämtliche Schmiermittel eine höhere Viskosität haben, die der Anlasser überwinden muss. Die Konstruktion des Motors spielt ebenfalls eine Rolle. Während ein Dreizylinder-Benzinmotor mit einem Liter Hubraum auch mit einer halbtoten Batterie noch eine Chance hat, stotternd anzuspringen, lässt sich ein vereister Sechszylinder-Dieselmotor mit einem höheren Verdichtungsverhältnis (der zusätzlich noch durch die Batterie vorgeglüht wird) einfach nicht mehr richtig starten.